Geschichte

Seit 1534 besteht der ca. 6 ha große Friedhof in Augsburg und ist somit der Älteste, auf dem noch Beerdigungen durchgeführt werden. Es sind etwa 9.500 Gräber angelegt, die sich in drei Teile gliedern: den Alten Teil mit Aufbahrungshalle und Kirche sowie den später hinzugekommenen Süd- und Nordteil. Seit dem Westfälischen Frieden von 1648 ist der Friedhof gemeinsames Eigentum der fünf evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden St. Anna, St. Jakob, St. Ulrich, Hl. Kreuz und Zu den Barfüßern, zusammengeschlossen in der „Protestantischen Allgemeinen Kirchenstiftung“.

Das Verwaltungsgebäude wurde im Jahre 1700 erbaut und ist das älteste, 1991 restaurierte, genutzte Gebäude auf dem Friedhof. Die Kirche, entstanden im Jahr 1825 nach den Plänen von Johann Michael Voit, August Voit und Stadtbaurat Balthasar von Hößlin, wurde von 1986 bis 1988 mit erheblichem Aufwand vorbildlich restauriert. Die Aufbahrungshalle, errichtet 1837 durch Stadtbaurat Franz Joseph Kollmann, wurde 1964 umgebaut, 1989 instandgesetzt und renoviert. Alle Bauten befinden sich weitestgehend in der sehr aufwändigen Farbgestaltung der Erbauerzeit des 19. Jahrhunderts.

Zahlreiche interessante Grabdenkmäler aus dem 17. Jahrhundert sowie architektonisch aufwändige Gräber des Klassizismus und der Neugotik kann man auf dem Friedhof finden. Viele bedeutende Augsburger Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Unter anderem Stadtwerkmeister Elias Holl, Angehörige der Familien Schaezler, Riedinger, Klaucke, Firnhaber, die Eltern von Bert Brecht sowie wohl Augsburgs größte Wohltäterin und Schulgründerin Anna Barbara von Stetten.